ROSSTAG 2017

IN BAD KÖTZTING AM 26./27. AUGUST

Der Auftakt-Gottesdienst für den Bad Kötztinger Rosstag am Samstagnachmittag brachte die Teilnehmer gewaltig ins Schwitzen. Nach dem Gottesdienst segneten Kaplan Florian Rein, Kaplan Daniel Schmid und Pfarrer Markus Ertl aus Wernberg-Köblitz die teilnehmenden Fuhrleute, ihre prächtig geschmückten Pferde und mehrere Hundert Besucher, für die wegen der hohen Temperaturen extra kleine Pavillons aufgestellt worden waren. Der Segen der Priester galt auch dem neuen Bierwagen des Lindner-Bräu, der erst kurz vor dem Rosstag aufgebaut worden war und mit vier Norikern des Brauereibesitzers von Karl Hofmann gefahren wurde.


Unser Verein erwies sich einmal mehr als aufmerksamer Gastgeber, denn schon am Vormittag hatten sich zahlreiche Besucher im Lindnerbräu-Biergarten versammelt, die von der Blaskapelle Weißenregen bestens unterhalten wurden. Parallel zu diesem musikalischen Frühschoppen führten Hufschmied, Drescher, Sofeiler, Wagner und andere Handwerker ihre Arbeit vor.


Pünktlich um 13.30 Uhr setzte Vorreiter Manfred Wimmer den Festzug in Marsch, schätzungsweise an die 15 000 Besucher säumten die Straßen der Stadt, um die prächtigen Fuhrwerke zu erleben, die von den Fuhrleuten mit sichtlichem Stolz kutschiert wurden. Obwohl rund 450 Pferde aus dem ganzen Bayerischen Wald für die rund 140 Gruppen im Festzug aufgeboten waren, kam es zu keinen größeren Störungen, lediglich die Musikkapelle „Per Du“ musste nach einem Deichselbruch den Weg zu Fuß fortsetzen. Ein Gespann stürzte auf dem Pflaster am Oberen Markt, konnte aber weiter mitmachen. Der Festfreude taten eine Stunde nach Beginn des großen Festzuges schwere Regentropfen einen Abbruch. Die meisten Zuschauer hielten aber trotz des Gewitterregens aus und suchten kurzfristig Schutz unter Bäumen oder Dachvorsprüngen.


Wegen der Länge des Festzuges und dem schweren Anstieg zum oberen Markt dauerte es aber fast 80 Minuten, bis sich als letzte Gespanne die Brauereiwagen des Lindner-Bräu auf den Weg machen konnten. Weil die Lukasgasse wegen einer Baustelle gesperrt war, mussten die Festwagen und Kutsche heuer einen neuen Rückweg nehmen, der von der Dampfbach- über die Jahnstraße und Müllerstraße durch das schmale Kammmacher-Gässchen führte.



Während die Viererzüge problemlos die Ludwigstraße erreichten und in Richtung Ludwigsberg-Kreuzung zur Auflösung kamen, bedurften die Sechser- und Achterzüge schon geschickter Fuhrleute. Auch dem zehnspännigen Brauereiwagen des Lindner-Bräu gelang es mit Hilfe der Begleiter, sauber in die Ludwigstraße „einzufädeln“.


Die meisten Fuhrleute traten nach dem großen Festzug sofort den Heimweg an, weil alle durch den Gewitterregen durchnässt waren. Auf der Lindnerinsel versammelten sich mehrere Hundert Zuschauer, um im Biergarten noch einen Abschluss zu genießen. Leider setzte kurz nach dem Festzug ein gewaltiger Wolkenbruch ein, der die Besucher in die Festhalle und das überdachte Gelände zwang.