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Das Süddeutsche Kaltblut

Allgemeines Zuchtziel

Das Süddeutsche Kaltblut stammt im Ursprung vom Noriker ab und verkörpert das schwere Zugpferd. Gezüchtet wird ein mittelschweres, leichtfüßiges Pferd mt vielseitiger Verwendbarkeit. Der kaltblütige Typ steht auf korrektem trockenem Fundament und zeichnet sich aus durch taktsichere und raumgewinnende Bewegungen. Schwerpunkte sind der Schritt und der Trab. Einsatzgebiete sind das Fahren und das Ziehen im leichten und im schweren Zug. Eine Eignung als zu reitendes Pferd wird angestrebt. Auf ein ausgeglichenes Temperament, gute Umgänglichkeit, Hufgesundheit und Fruchtbarkeit wird Wert gelegt.
 

Hier finden Sie die Zuchtbuchordnung der Rasse Süddeutsches Kaltblut: Zuchtbuchordnung

Das Süddeutsche Kaltblut wird heute hauptsächlich in der Waldarbeit, in Freizeitgespannen und historischen Umritten und Fahrten verwendet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Wesentlichen auf das bayerische Oberland und den Bayerischen Wald.

Bayern hat mit über 1900 eingetragenen Zuchtstuten und ca. 80 anerkannten Hengsten das größte geschlossene Kaltblutzuchtgebiet in Deutschland.

Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner mit den beiden Beschälern "Rupp" (links) und "Ramsauer II". (Foto: Alois Dachs, 2009)

Exterieur

  • Farbe: überwiegend Füchse mit hellem Langhaar, Braune; Rappen, selten sind Schimmel

  • Typ u. Ausstrahlung: Erwünscht ist das Erscheinungsbild eines kräftigen, gut linierten harmonischen Kaltblutpferdes mit genügend Adel. Hierzu gehören ein trockener und ausdrucksvoller Kopf mit großem Auge, eine gut geformte, genügend lange Halsung, plastische Bemuskelung sowie trockene und korrekte Gliedmaßen. Zuchthengste und -stuten sollten über einen ausgeprägten Geschlechtsausdruck verfügen.

    Ein derbes und plumpes Erscheinungsbild, ein zu großer Kopf, grobe und schwammige Gliedmaßen mit unklaren Gelenken, bei Zuchtpferden fehlender Geschlechtsausdruck werden nicht gern gesehen.

  • Körperbau: Erwünscht sind eine mittellange sich zum Kopf verjüngende Halsung mit genügend Ganaschenfreiheit und wenig Unterhals; eine große und gut gelagerte Schulter, ein breiter, sanft auslaufender Widerrist, ein mittellanger, gut bemuskelter Rücken mit gutem Nierenschluss;
    ausreichende Brusttiefe und -breite; eine lange, leicht geneigte, breite, kräftig und tief bemuskelte und leicht gespaltene Kruppe; insgesamt eine harmonische Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand.

    Als unerwünscht gilt: ein insgesamt unharmonischer Körperbau, insbesondere eine kurze, schwere und tief angesetzte Halsung ohne Ganaschenfreheit, eine kleine, zu steile, unbedeutende Schulter; ein kurzer oder überlanger, fester oder matter Rücken; eine leere oder aufgewölbte Nierenpartie, eine kurze, gerade oder zu steil abfallende Krupee; geringe Brusttiefe und -breite; hochgezogene Flanken und kurze Hinterrippe.

  • Fundament u. Korrektheit:
    Erwünscht sind trockene und klare Gliedmaßen mit ausgeprägten Gelenken; eine mittellange, straffe Fesselung in 45° Winkelung; harte, gleichmäßige Hufe mit möglichst dunklem Horn, das eine lange Gebrauchsfähigkeit erwarten lässt. Außerdem eine korrekte, von hinten und vorn gesehene, gerade Gliedmaßenstellung; ein gerade gestelltes Vorderbein, gerade Zehenachsen und ein im Sprunggelenk mit 150° gewinkeltes Hinterbein.

    Unerwünscht sind: ein unkorrektes Fundament mit kleinen, schmalen eingeschnürten Gelenken, schwache Röhrbeine und kurze, steile oder weiche Fesseln sowie kleine, enge Hufe mit flachen Trachten; zehenweite, stark zehenenge, bodenweite, bodenenge, rückbiegige, steile oder säbelbeinige, hufbeinige oder fassbeinige Gliedmaßenstellungen.

  • Bewegung: Erwartet werden gleichmäßige, taktmäßige und raumgreifende Grundgangarten, der Schritt zeigt klaren 4-Takt, der Trab 2-Takt. Losgelassene, energische, erhabene Bewegungen bei klarem Auf- und Abfußen, im Trab mit erkennbarer Schwebephase und Schub aus der Hinterhand. Der aus aktiv arbeitender Hinterhand entwickelte Schub soll über einen locker schwingenden Rücken auf die frei ausgreifende Vorhand übertragen werden, eine natürliche Aufrichtung ("bergauf") soll erkennbar sein.

    Unerwünscht sind: Kurze, flache und unelastische Bewegungen bei fest gehaltenem Rücken, sowie schwerfällige, auf die Vorhand fallende oder untaktmäßige Bewegungen; ferner schwankende, deutlich bügelnde, drehende, bodenenge, deutlich zehenenge, bodenwerte und zehenwerte Gangarten.

Interieur

  • Leistungsveranlagung/ Gesundheit: Erwünscht ist ein unkompliziertes, ruhiges, umgängliches, dabei leistungsfähiges und ausdauerndes Kaltblutpferd; lebhaftes, kontrollierbares Temperament; einsetzbar in Land- und Forstwirtschaft, in Brauchtum und Werbung; Einsatzmöglichkeiten als zu reitendes Pferd; Futterdankbarkeit, natürliche Fruchtbarkeit, Freisein von Erbfehlern, gute Hufgesundheit

    Unerwünscht ist: ein im Umgang schwieriges, nervöses oder stures Pferd; Anfälligkeit für Mauke (Quelle: http://www.bayerns-pferde.de/)