Zugleistung 2017

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Spannende Wettkämpfe lieferten sich die Teilnehmer wieder beim diesjährigen Zugleistungswettbewerb der Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung Bayerischer Wald am Pfingstsonntag auf der Amberger Wiese in Bad Kötzting. Wenn auch der Vormittag immer wieder von leichten Schauern überschattet war, so hielt das die zahlreichen Zuschauer nicht ab, unter denen sich auch Hubert Berger, Vorsitzender des Pferdezuchtverbandes Niederbayern/Oberpfalz, sowie der zweite Vorsitzende des Landesverbandes, Florian Schelle befanden.



Wenn auch nur mehr sechs Pferde in der Haflingerklasse gemeldet waren, so zeigten diese bereits hervorragende Leistungen. So bewegte Siegerpferd „Charly“ von Josef Glashauser aus Zachenberg den mit knapp 1,5 Tonnen beladenen Schlitten noch über die Hälfte der Zugstrecke. Das war mitunter auch dem feuchten Boden geschuldet, auf dem der Schlitten gut gleiten konnte. Auch im Doppelzug der Haflinger konnte sich die Familie Glashauser gegenüber der Konkurrenz durchsetzen.



23 Teilnehmer sorgten für Spannung in der leichten Kaltblutklasse, wobei sich hier überraschend ein Gespann aus dem Nachbarland Österreich an die Spitze setzte. Wolfgang Dreher aus Vorarlberg freute sich sichtlich über seinen Sieg mit Wallach „Bubi“. Lokalmatador Alois Hastreiter hatte hingegen Pech in dieser Klasse, als sein Pferd während des Zuges ausrutschte und ihn dabei mit zu Boden riss. Er musste daraufhin medizinisch behandelt werden.



Der Vorjahressieger der leichten Kaltblutklasse, Karl Seidl aus Neualbenreuth, war mit seinem Pferd „Schlupp“ in diesem Jahr in die mittelschwere Kaltblutklasse gerutscht, dominierte aber auch hier klar. Der Fuhrmann zeigte sich mit absoluter Ruhe dem Pferd gegenüber, was „Schlupp“ mit einer vorbildlichen Zugmanier honorierte und letztendlich auch zum Erfolg führte. Da bei dem Wettbewerb das Pferd weder mit einer Peitsche angetrieben, noch während des Zuges berührt werden darf, hatte jeder Fahrer seine eigene Antriebstechnik, um das gewünschte Ziel innerhalb zwei Minuten zu erreichen. Dabei wurde vom Schiedsgericht äußerst streng auf die Einhaltung des Reglements geachtet. Schreien oder wildes Gestikulieren mit den Armen der Fuhrleute sorgte bisweilen für Erheiterung bei den Zuschauern. Sie honorierten es jedoch besonders wohlwollend mit Applaus, wenn ein Gespannführer die Grenzen seiner Tiere erkannte und frühzeitig aufgab.



Die Kötztinger Zugleistung gilt bei Pferdefreunden als die Königsklasse bei Veranstaltungen dieser Art. Für die Kaltblutklassen waren auch in diesem Jahr Teilnehmer Baden-Württemberg, sowie etliche aus Österreich, um sich mit ihren Tieren zu beweisen. Auffallend waren etliche sehr junge Fuhrleute, die bereits einen sicheren Umgang mit den Tieren bewiesen, was vom Publikum wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.



Grundsätzlich bat der feuchte Boden am Morgen optimale Bedingungen für den Schlitten, so dass sich das Schiedsgericht verstärkt Gedanken über die Gewichtszulage machen musste. Der eher sonnige Nachmittag trocknete den Boden jedoch schnell wieder, so dass einige der Teilnehmer doch Mühe hatten, den Schlitten aus der Startposition zu bringen.



Bürgermeister und Schirmherr Markus Hofmann freute sich in seinem Grußwort über die Anziehungskraft, die diese Traditionsveranstaltung nachwievor auf die Zuschauer ausübe. Er durfte zusammen mit dem Pfingstbrautpaar die Sieger und Platzierten der mittelschweren Klasse auszeichnen. Für die staatliche Spielbank Bad Kötzting, die wieder Hauptsponsor der Veranstaltung war, nahm Direktor Klaus Schleicher die Siegerehrungen mit Unterstützung durch den ersten Vorsitzenden der Rosserer, Willi Schedlbauer, sowie des Festwirtes Matthias Strauß vor.



In der schweren Kaltblutklasse setzte sich wieder einmal Baptist Falter aus Poschetsried mit Hengst „Attila“ durch. Allerdings musste er sich heuer im Doppelzug geschlagen geben. Andreas Aschenbrenner aus Grub und Hermann Mayr aus Rottenbuch hatten die beiden Deckhengste „Nanouk“ und „Siox“ der Rasse Süddeutsches Kaltblut zusammengespannt und konnten damit die Königsdisziplin Doppelzug für sich entscheiden. Die Veranstaltung, die von Patricia Eckl aus Runding moderiert wurde, dauerte bis nach 20 Uhr an. Bis zuletzt verfolgten die Zuschauer gespannt die endgültige Entscheidung.




Ergebnisse:

Haflinger Einzelzug

Haflinger Doppelzug

Kaltblut bis 749 kg

Kaltblut bis 849 kg

Kaltblut ab 850 kg

Kaltblut Doppelzug

Die Ausschreibung zur Veranstaltung im pdf-Format finden Sie HIER.