Spannende Wettkämpfe lieferten sich die Teilnehmer wieder beim diesjährigen Zugleistungswettbewerb der Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung Bayerischer Wald am Pfingstsonntag auf der Amberger Wiese in Bad Kötzting vor tausenden von Zuschauern. Den ganzen Tag über herrschte trockenes und sonniges Wetter, weshalb die Arena im Laufe des Tages in eine Staubwüste verwandelt wurde. So zogen beim Start der Gespanne oft große Staubschwaden über das Gelände.


Aufgrund der in den vergangenen Jahren gesunkenen Teilnehmerzahlen bei den Haflingern, war in diesem Jahr eine neue leichte Klasse für Pferde bis 650 Kilogramm Lebendgewicht geschaffen worden. In dieser Klasse dominierte Frederick Baumgart mit Wallach Bubi, der bis aus Geisa in der thüringischen Rhön im Ulstertal angereist war.


27 Teilnehmer sorgten für Spannung in der leichten Kaltblutklasse, wobei sich hier ein Gespann aus dem Nachbarland Österreich an die Spitze setzte. Andreas Bauer aus Hohenems in Vorarlberg freute sich sichtlich über seinen Sieg mit Wallach „Nero“. Die Teilnehmer dieser Klasse lieferten eine so gute Leistung, dass es erst im fünften Durchgang zu einer Entscheidung kam, was die Veranstaltung letztendlich nach hinten hinaus verzögerte.


Neu war in diesem Jahr die Auslotung eines Preises für ruhiges Anspannen, den Johann Wittenzellner aus Bad Kötzting für sich einheimsen konnte. Generell zeigte sich, dass der ruhige Umgang mit den Pferden in der Arena oft auch zum Erfolg führte. Da bei dem Wettbewerb das Pferd weder mit einer Peitsche angetrieben, noch während des Zuges berührt werden darf, hatte jeder Fahrer seine eigene Antriebstechnik, um das gewünschte Ziel innerhalb zwei Minuten zu erreichen. Dabei wurde vom Schiedsgericht äußerst streng auf die Einhaltung des Reglements geachtet. Schreien oder wildes Gestikulieren mit den Armen der Fuhrleute sorgte bisweilen für Erheiterung bei den Zuschauern. Sie honorierten es jedoch besonders wohlwollend mit Applaus, wenn ein Gespannführer die Grenzen seiner Tiere erkannte und frühzeitig aufgab. Die Kötztinger Zugleistung gilt bei Pferdefreunden als die Königsklasse bei Veranstaltungen dieser Art. Auffallend waren etliche sehr junge Fuhrleute, die bereits einen sicheren Umgang mit den Tieren bewiesen, was vom Publikum wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.


Während die meisten den ersten Durchgang nahezu mühelos bewältigten, hatten durch den trockenen Boden weniger gut trainierte Teilnehmer Mühe, den Schlitten in den Folgedurchgängen aus der Startposition zu bringen. In der mittelschweren Kaltblutklasse hatte wieder einmal Matthias Irrgang mit seinem Erfolgspferd „Schansi“ die Nase vorn und konnte sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen.


Bürgermeister und Schirmherr Markus Hofmann freute sich in seinem Grußwort über die Anziehungskraft, die diese Traditionsveranstaltung nachwievor auf die Zuschauer ausübe. Er durfte zusammen mit dem Pfingstbrautpaar die Sieger und Platzierten der mittelschweren Klasse auszeichnen. Für die staatliche Spielbank Bad Kötzting, die wieder Hauptsponsor der Veranstaltung war, nahm Direktor Klaus Schleicher die Siegerehrungen mit Unterstützung durch den stellvertretenden Vorsitzenden der Rosserer, Fritz Bummer, sowie des Geschäftsführers Florian Schedlbauer vor.


Verabschiedet wurde heuer auch Anton Sauerer, der -unterstützt von seiner Frau Christl- seit 35 Jahren als Richter beim Zugleistungswettbewerb tätig ist. Sauerer, der beim Pferdezuchtverband Bayern, sowie im Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig war, war stets ein versierter Pferdekenner und ein strenger, aber gerechter Richter. Für ihn sei es nun an der Zeit, den Platz Jüngeren zu überlassen, so der Oberamtsrat. Mit Kötzting werde ihn nach so langer Zeit aber immer etwas Besonderes verbinden. Fritz Bummer und Florian Schedlbauer bedankten sich beim Ehepaar Sauerer für ihre lange Hilfe mit einem Präsent und wünschten ihnen weiterhin alles Gute.


In der schweren Kaltblutklasse setzte sich anschließend absolut überraschend Timo Meindl mit seinem Deckhengst „Schönbuchen“ gegen die starke Konkurrenz durch. Der Sieg im Doppelzug ging nach harten Kämpfen an die Gäste aus Österreich. Die Veranstaltung, die von Patricia Eckl aus Runding moderiert wurde, dauerte bis nach 21 Uhr an. Bis zuletzt verfolgten die Zuschauer gespannt die endgültige Entscheidung.





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In diesem Jahr haben wir einen langjährigen Teilnehmer der Zugleistung bei seinen Vorbereitungen gefilmt: